• Sarah Brüssow

Beckenboden-Training warum es ein Leben lang wichtig ist


Es haben mich auf Instagram sehr viele Fragen zum Beckenboden erreicht, nachdem ich mit diesem sensiblen Thema online gegangen bin und mich explizit auf das Wahrnehmungs-, und Aufbautraining der Beckenbodenmuskulatur und umgebenen Strukturen spezialisiert habe.


Nicht nur infolge einer Schwangerschaft und Entbindung ist das ein sehr wichtiges Thema, sondern auch um unseren Körper besser zu verstehen. Wir alle haben einen Beckenboden. Frauen und Männer und es wird ein ganzen Leben lang definitiv eine Rolle spielen wenn es um Symptome im Beckenbereich geht. Mit dem Beckenbereich meine ich den knöchernen Beckenring, die Beckenorgane wie Harnblase, Rektum, Gebärmutter und beim Mann die Prostata. Dazu kommen alle umgebenen Strukturen wie Bindegewebe, Faszien, Muskeln,die Wirbelsäule und ganz wichtig die Bauchorgane wie Dickdarm und Dünndarm, die über den Beckenorganen positioniert sind und dadurch Druck von oben bieten.


Beim Beckenboden unterscheidet man eine allgemeine Schwäche, vorzugsweise

  • bei Frauen und im Alter ansteigend (durch das weichere Bindegewebe, hormonell bedingt, zum Beispiel auch ab den „Wechseljahren“)

  • Erkrankungen des Systems, welche zur Fettleibigkeit oder Schwäche des muskulären Systems führen ( Beispiele u.a. = Aszites, MS, ALS,M.Parkinson, Diabetes,..)

und eine

Hypertonie - Überspannung des Beckenbodens durch zu viel Haltearbeit und kontinuierlicher Aufrechterhaltung der Spannung. Das geschieht aufgrund von zum Beispiel:


  • Stress, Traumata, auch sexueller Missbrauch oder fehlende sexuelle Erfahrung

  • Übergewicht ( die Last von oben mit der Schwerkraft gekoppelt stellt einen zu hohen Druck auf den Beckenboden dar),

  • Operationen: Prostataoperationen, Operationen im Unterleib, vor allem bei Vasektomien, Uteroektomien, Entfernung von Zysten, Myomen und anderen Tumoren

  • Schwangerschaften,

  • Geburten ( spontane Geburten und die verbundenen Gewebsschädigungen mit eingeschränkter oder sogar fehlender nervaler Innervation)

  • Körperhaltungsschäden ("schlechte" Haltung) uvm.


Ihr seht, Ursachen sind breit gefächert und es kommt absolut nicht nur nach Schwangerschaften und Entbindungen zu einem trainingsbedürftigen Beckenboden.



Der Beckenboden ist in drei Schichten aufzuteilen welche tief im Beckenring liegen und in dem unsere Geschlechts-, und Beckenorgane „eingebettet“ bzw. „umschlossen“ sind. Es ist die Muskulatur die uns untenrum förmlich abschließt und durch den es zum schließen und öffnen unserer Schließmuskulatur des Anus, inneren Anusschließmuskel (innerer Rektumschließmuskel ) kommt und auch unseren Kontinenz kontrolliert.

Vor Allem aber ist die Muskulatur verantwortlich für die Kontraktion im inneren Scheidenkanal, durch welche wir Frauen es schaffen zum Koitus zu kommen. Daher ist ein gesunder funktionierender Beckenboden die Voraussetzung für eine intaktes, intensives sexuelles Empfinden und nötig für einen (intensiven) Orgasmus.

Zu diesem Thema folgt aber noch ein weiterer Blogeintrag und ein YouTube Video in Kürze.

Ziel mit dem Beckenbodentraining ist es einen gesunden, elastischen Beckenboden zu erreichen, welcher sich gut kontrahieren und auch wieder entspannen lässt!

Der Beckenboden hat daher vielfältige Aufgaben - die Wichtigsten stichpunktartig:


  1. Schließen und öffnen beim Urinieren und Stuhlgang lassen bzw. konstantes „Zurückhalten“ möglich

  2. Spannungsaufbau für das erreichen des Koitus

  3. Beckenorgane in Position zu halten (sonst kann es zur Blasensenkung oder Gebärmuttersenkung kommen)

  4. physiologisch korrekter Haltungsaufbau und bessere Statik des Körpers

  5. Bessere Aktivierung der Bauchmuskulatur und der stabilisierenden Gesäßmuskulatur uvm.



Stell es dir vor wie ein stabiler Turm. Das Fundament ist der Beckenboden und stabilisiert nach oben fortschreitend das aufbauende System.


Darüber lässt sich noch einiges schreiben. Das hier ist Teil 1.

Lasst Euch überraschen über die nächsten Teile und die kommenden Videos dazu!

Es ist ein revolutionäres Thema worüber noch viel zu selten gesprochen und aufgeklärt wird.


Nach Schwangerschaften gibt es sehr häufig schwächere und auch schwache und hypertone Beckenboden. Wenn es zur Schwäche kommt, kompensiert Muskulatur gerne mit einer erhöhten Spannung, um den andauernden Reizen (Druck, Bewegungen, Schwerkraft ect) stand zuhalten. So kommt es zum hypertonen aber dennoch schwächen Beckenboden der wenig elastisch ist.



Das gilt es wieder herzustellen und daher ist es so beliebt und populär nach Schwangerschaften.


Sich aber darüber klar zu werden, dass es unmittelbare Auswirkungen auf die allgemeine Kraft und Stabilität des Körpers und der Haltung hat, außerordentlich wichtig in der Sexualität ist und auch noch bei Männern ein großes Thema ist wenn es um Prostatahyperplasien oder Prostataresektionen geht, wird nun von mir stark thematisiert und an Euch alle weitergegeben. Aufklärung ist wichtig um die eigene Gesundheit zu verstehen und zu verbessern oder zu erhalten.

In dem Sinne, bis ganz bald !


Folgt mir auf Instagram und Facebook und lasst Euch weiterhin stetig informieren.


Beste Grüße

Sarah

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